Bildgewaltige Militär-Science-Fiction


EPISCHE GESCHICHTEN
„STIMMEN IM WELTRAUM“ TEIL 1: MARS
Enrico blickte auf den lilafarbenen Planeten mit seinen dunkelblauen Regenwolken. Auf seinem Holo-Visier sprang die Uhr auf 00:00. In der Ferne zeichnete sich ein unscheinbares Aufleuchten ab, das sich zügig zu einer hellen Explosion ausdehnte und nach wenigen Sekunden verging. Von hier oben wirkte es winzig, doch in Wahrheit wurde alles im Umkreis von fünftausend Kilometern zu Asche verwandelt. Enrico grinste innerlich. Kein Mitleid regte sich in ihm, denn sein Feind kannte auch keines. S1 schaltete sich auf seine COM und sagte in ruhigem Ton: „Gut gemacht, Marschall.“
Er betrachtete konzentriert das Holo-Bild mit ihrem Gesicht, ohne zu antworten. Er kämpfte hier für seine Familie, für seine Frau und für seine kleine Tochter Mariko, für eine Zukunft ohne Krieg.
Im All trieben Trümmer und Leichen der feindlichen Vorhut, aber auch zerstörte schwere Jäger der Marsgarde. Wie immer würden einige der roten Gardisten nie mehr nach Hause zurückkehren. Für Enrico war jeder Verlust in diesem Krieg einer zu viel. Doch es war nicht umsonst. Innerhalb von achtundvierzig Stunden hatten sie mehr als fünfzigtausend Menschen in Sicherheit gebracht und ein Nors-Artefakt von unschätzbarem Wert geborgen.
Der unsichtbare Rabentransporter entfernte sich einsam von dem großen Planeten. Am Horizont über Neu-Jupiter tauchten die ersten orangefarbenen Triebwerksstrahlen der feindlichen Schiffe auf. Erst Hunderte, dann Tausende und schließlich so viele, dass selbst die Sensoren sie nicht mehr erfassen konnten. Gemeinsam mit ihnen erschien ein gigantisches, fremdartiges Objekt, das beinahe so groß wie Enricos Heimatplanet Mars war. Sie waren im letzten Augenblick entkommen. Diesmal.


„STIMMEN IM WELTRAUM“ TEIL 2: MOND
Die halbtransparenten Flügel aus weißer Ionenenergie ließen die elf Mondengel lautlos durch die Leere des Weltraums gleiten. Hundert Meter über der gigantischen Schlacht, die unter ihnen tobte, hielten sie ihre V-Formation, angeführt von ihrer Meisterin, dem Weiß-Engel Larysa Hansen-Volkov. Mit einer Spannweite von acht Metern konnten ihre Ionenflügel mühelos das Gewicht der stählernen, drei Meter hohen Tech-Kampfrüstungen tragen. Sie rasten ihrem Ziel entgegen. Mehrere orangefarbene Energiekugeln stiegen von der Mondoberfläche auf und verfolgten sie mit tödlicher Präzision. Geschickt wichen die Engel den Geschossen aus, ohne ihre Formation aufzulösen.
Über ihnen, in den oberen Schichten des Alls, wütete eine Weltraumschlacht unvorstellbaren Ausmaßes. Hunderttausende Raumschiffe in unterschiedlichen Größen und Farben durchzogen den schwarzen Himmel. Einige explodierten und stürzten auf die Mondoberfläche, wo sie in Trümmern zerbarsten und Hunderte von Gardisten und ihre Feinde in den Tod rissen.
Niemals zuvor hatte es in der Menschheitsgeschichte eine gewaltigere Schlacht gegeben. Noch nie zuvor hatte die Menschheit um ihr Überleben als Spezies kämpfen müssen. Die Stunde der Entscheidung war gekommen und entfachte eine Welle kosmischen Grauens, die über ihre Heimatwelt wie eine Apokalypse hinwegrollte.


„STIMMEN IM WELTRAUM“ TEIL 3: ERDE
Der 47-jährige Joseph A. Nightcloud umklammerte mit der rechten Hand den Griff seiner Waffe und presste das MN3-Gewehr fest gegen die Schulterplatte seiner Rüstung. In der Kampfhaltung suchte er Deckung hinter einer der dreizehn prunkvollen Säulen, die zwanzig Meter emporragten und die eindrucksvolle Kuppel der runden Empfangshalle stützten. Mit leicht zusammengekniffenen Augen fixierte er das sechs mal sechs Meter große, mit filigranen neolizianischen Ornamenten im griechisch-römischen Stil verzierte Sicherheitstor, das abermals von einer heftigen Erschütterung erfasst wurde. Etwas oder jemand versuchte hineinzugelangen. Offenbar waren die autonomen Verteidigungsanlagen in der Luftschleuse, die sich hinter dem Sicherheitstor befand, zerstört worden. Es war unklar, ob die Schleuse überhaupt noch existierte.
„Computer, Druckausgleich in der Empfangshalle 05 durchführen und den Raum sichern“, befahl Joseph knapp.
„Druckausgleich in der Empfangshalle 05 wird durchgeführt. Raum wird gesichert. Achtung, in zehn Sekunden wird dem Raum der gesamte Sauerstoff entzogen. Es droht Erstickungsgefahr“, erklang eine tonlose weibliche Computerstimme aus der COM-Anlage.
Mit einem tiefen, mechanischen Grollen schlossen sich die massiven Sicherheitstore und verriegelten die beiden einzigen Ausgänge aus der Empfangshalle. Ein leises Zischen der Luftkonverter leitete den Vorgang ein. Jedes Geräusch erstickte in der dünnen Atmosphäre. Das helle Licht der Wandleuchten, die die Empfangshalle homogen ausleuchteten, erlosch. Rotes Licht flutete die Halle und tauchte sie in unheilvolle Düsternis.
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